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Wie spielt man richtig mit einem Welpen?

  • Autorenbild: Sarina Kriechbaum
    Sarina Kriechbaum
  • 23. Juli
  • 9 Min. Lesezeit

Warum Spielen so wichtig für Welpen ist – und welche Fehler viele Hundebesitzer:innen unbewusst machen.

Zwei Welpen spielen auf der Wiese
Auch Spielen will geübt werden.

Kaum etwas sieht niedlicher aus als zwei spielende Welpen. Sie rennen, springen, raufen und beißen sich gegenseitig in Ohren und Beine. Viele Menschen gehen davon aus, dass Welpen dabei automatisch lernen, was sie später brauchen. Doch genau hier entstehen viele Missverständnisse. Nicht jedes wilde Toben ist gutes Spiel. Manche Situationen fördern die Entwicklung des Welpen – andere können ihn überfordern oder sogar nachhaltig verunsichern.


Was ist Spiel überhaupt?

Man kann sich Spiel als eine Art biologischen Probelauf vorstellen: Der Welpe übt Verhaltensweisen, die er später im echten Leben braucht – aber ohne das eigentliche Ziel zu verfolgen. Wissenschaftlich ausgedrückt haben Pellis und Kolleg:innen (2019) Spiel so definiert: eine „nicht ernsthafte Variante oder Simulation (so tun, als ob) von funktionalem Verhalten".

Funktionales Verhalten sind alle Verhaltensweisen, die im späteren Leben einen echten Zweck erfüllen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Jagen

  • Kämpfen

  • Flucht

  • Sexualverhalten

  • Nahrungssuche

  • Sozialverhalten

  • Verteidigung

  • Fortbewegung

Beim Spielen zeigen Welpen genau diese Verhaltensweisen – allerdings ohne das eigentliche Ziel zu verfolgen. Das Gehirn sammelt dabei Erfahrungen:

  • „Wie fühlt sich diese Bewegung an?"

  • „Wie fest darf ich zubeißen?"

  • „Wann springt mein Gegenüber zurück?"

  • „Wie reagiere ich auf Überraschungen?"

Es wird also nicht einfach Verhalten abgespult, sondern ständig angepasst.


Wenn wir davon ausgehen, dass Spiel eine Simulation funktionaler Verhaltensweisen ist, wird klar: Spielen ist kein Luxus. Es ist auch keine Belohnung. Und es ist keine reine Beschäftigung. Es ist eine biologisch vorgesehene Möglichkeit, Verhalten unter sicheren Bedingungen auszuprobieren. Es ist ein Grundbedürfnis.

Deshalb ist Spiel so wertvoll für Welpen. Sie lernen dabei nicht nur Bewegungen oder Beißhemmung, sondern entwickeln Fähigkeiten wie Selbstkontrolle, soziale Kommunikation, Anpassungsfähigkeit und motorische Präzision – Kompetenzen, die sie später in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen benötigen. Ein Welpe sollte deshalb jeden Tag viele Gelegenheiten zum Spielen haben – sowohl mit Artgenossen als auch mit seinen Bezugspersonen.


Spielen funktioniert nur, wenn sich der Welpe sicher fühlt

Ein häufig übersehener Punkt ist: Spiel ist nur möglich, wenn der Welpe sich sicher fühlt.

Hat ein Welpe Angst oder fühlt er sich bedroht, verschwindet das Spielverhalten. Dann übernimmt das Nervensystem andere Aufgaben – Flucht, Erstarren oder Verteidigung. Ein verängstigter Welpe lernt in diesem Moment nichts über soziales Spiel. Deshalb sollte man niemals versuchen, einen unsicheren Welpen „einfach spielen zu lassen". Erst wenn Sicherheit vorhanden ist, entsteht echtes Spiel.


Welpen spielen normalerweise zu zweit

Viele Welpengruppen bestehen aus fünf, sechs oder noch mehr Hunden gleichzeitig. Das sieht für Menschen oft nach großem Spaß aus – für Welpen ist es jedoch häufig viel zu viel. Welpen können ihre Aufmerksamkeit nicht gleichzeitig auf mehrere Hunde richten.

Natürlich gibt es Situationen, in denen mehrere Welpen gemeinsam unterwegs sind oder sich gleichzeitig bewegen. Das eigentliche soziale Spiel findet jedoch überwiegend zwischen zwei Welpen statt. Erst im Zweierspiel können sie die Signale ihres Gegenübers richtig lesen, angemessen reagieren und ihre Bewegungen aufeinander abstimmen. Je mehr Hunde gleichzeitig beteiligt sind, desto schwieriger wird diese Kommunikation.


Warum große Flächen Spiele oft kippen lassen

Viele Welpenspielstunden finden auf großen eingezäunten Wiesen statt. Was zunächst ideal erscheint, hat einen Nachteil: Große freie Flächen fördern Rennspiele. Aus Rennspielen entstehen schnell Hetzspiele. Beim Hetzen wird häufig ein Welpe dauerhaft verfolgt, während der andere immer weiter jagt. Genau hier entstehen viele schlechte Erfahrungen.

Besonders problematisch wird es, wenn mehrere Hunde hinter einem einzelnen Welpen herrennen. Der verfolgte Welpe kann kaum noch kommunizieren und gerät leicht in Stress. Deshalb sind kleinere Bereiche oft deutlich besser geeignet. Dort entstehen mehr ruhige Interaktionen und weniger unkontrollierte Verfolgungsjagden.

Zwei Hunde spielen
Spielen auf kleinerem Raum ist oft besser als Rennspiele auf großen Wiesen. Beim Spielen im Wohnzimmer ist besonders darauf zu achten, dass der Boden nicht rutschig ist.

Woran erkennt man gutes Welpenspiel?

Nicht jedes wilde Toben ist automatisch gutes Spiel. Auf folgende Merkmale kannst du achten:

  • lockere, fließende Bewegungen

  • kurze Spielpausen zwischendurch

  • beide Welpen wechseln sich mit Verfolgen und Verfolgtwerden ab

  • typische Spielsignale wie die Spielverbeugung (Vorderkörper tief zum Boden, Hinterteil und Rute hoch – eine Einladungsgeste) oder ein lockerer Gesichtsausdruck

  • keiner der beiden Welpen dominiert dauerhaft das Spiel

Gutes Spiel wirkt oft überraschend ruhig. Es enthält viele kleine Unterbrechungen, gegenseitiges Beobachten und immer wieder einen Rollenwechsel.

Gutes Spiel

Kein gutes Spiel

Rollenwechsel

einer jagt immer

lockere Bewegungen

steifer Körper

Spielpausen

keine Pausen

Spielgesicht

starres Fixieren

beide beteiligt

einer flüchtet

Wann Spiel kein Spiel mehr ist

Manchmal kippt ein Spiel schleichend. Warnsignale sind beispielsweise:

  • ein Welpe wird ständig verfolgt

  • mehrere Hunde bedrängen denselben Welpen

  • es gibt keine Pausen mehr

  • Bewegungen werden hektisch oder steif

  • der Welpe versucht auszuweichen oder sich zurückzuziehen

  • eingeklemmte Rute oder nach hinten gelegte Ohren

  • der Welpe zeigt viele Beschwichtigungssignale wie z.B. Lippenlecken, Gähnen oder Einfrieren

  • ein Welpe wird dauerhaft fixiert oder festgehalten

  • Bisse landen immer wieder im Nacken oder Rücken

  • der Welpe möchte weg, kann aber nicht, weil er beispielsweise angeleint ist

Spätestens dann sollte ein Mensch eingreifen.


Die Aufgabe des Menschen: Spiel beobachten und begleiten

Welpen müssen nicht alles alleine regeln. Gerade junge Hunde profitieren davon, wenn Menschen das Spiel begleiten. Das bedeutet nicht, ständig einzugreifen. Es bedeutet vielmehr, aufmerksam zu beobachten und bei Bedarf kurze Unterbrechungen einzubauen.

Oft genügt es bereits, die Welpen kurz voneinander zu trennen: eine ruhige Hand an der Brust eines Welpen, zwei oder drei Sekunden warten und anschließend wieder freigeben. Diese kurzen Pausen helfen beiden Welpen, ihre Erregung wieder etwas herunterzufahren. Danach kann das Spiel meist problemlos weitergehen.


Wichtig dabei: Ein Spiel sollte möglichst nie abrupt und ohne Vorwarnung komplett beendet werden, wenn der Welpe noch mitten in der Erregung ist – das kann genauso überfordernd wirken wie das ungebremste Weiterspielen. Kurze, ruhige Unterbrechungen sind das bessere Mittel als ein hartes Stoppen.


Hundetrainerin spielt mit Hund
Nicht nur das Spiel mit Artgenossen ist wertvoll. Auch gemeinsames Spiel mit der Bezugsperson gehört zum Alltag.

Spielen mit Menschen ist genauso wichtig

Nicht nur das Spiel mit Artgenossen ist wertvoll. Auch gemeinsames Spiel mit der Bezugsperson gehört zum Alltag eines Welpen. Besonders gut eignet sich ein längerer Zergel – ein Zerrspielzeug aus Stoff, Fell oder Seil, das lang genug ist, damit Hand und Hundemaul beim Spielen genug Abstand haben.

Viele Menschen haben Sorge, Zerrspiele würden Aggression fördern. Dafür gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Hinweise. Richtig durchgeführt sind Zerrspiele sogar eine hervorragende Möglichkeit, Motorik, Koordination und Körpergefühl zu fördern.

Dabei helfen ein paar einfache Regeln:

  • Verwende einen ausreichend langen Zergel, damit der Welpe nicht versehentlich deine Hände erwischt.

  • Benutze grundsätzlich ein Spielzeug und nicht die eigenen Hände zum Zerren – so lernt der Welpe von Anfang an, dass Hände keine Spielobjekte sind, sondern nur Zergel oder Spielzeug.

  • Schaue den Welpen nicht frontal an. Eine leicht seitliche oder parallele Körperposition wirkt deutlich entspannter.

  • Halte den Zergel einfach fest. Ziehe oder reiße nicht daran.

  • Führe den Zergel ungefähr auf Rückenhöhe des Welpen und niemals nach oben – ein Hochziehen am Zergel bringt den Welpen unnötig aus der Balance und kann Nacken und Wirbelsäule belasten.

  • Der Welpe soll selbst lernen, seine Kiefer gezielt einzusetzen.

Das Ziel ist nicht, zu gewinnen. Das Ziel ist gemeinsames Spielen. Nimm dem Welpen das Spielzeug deshalb auch nicht einfach aus dem Maul, um das Spiel zu beenden – biete stattdessen einen Tausch gegen ein Leckerli oder ein zweites Spielzeug an, oder lass das Spiel ruhig ausklingen.


Spiel kann zum wichtigsten Verstärker werden

Viele Menschen nutzen ausschließlich Futter als Belohnung. Dabei kann Spiel mindestens genauso wertvoll sein. Gerade bei jungen Hunden lässt sich Spiel hervorragend einsetzen,

  • nachdem der Welpe kurz warten musste,

  • nach einer aufregenden Hundebegegnung,

  • wenn die Erregung gerade ansteigt,

  • oder als Belohnung für erwünschtes Verhalten.

Es lohnt sich deshalb, auf Spaziergängen immer ein geeignetes Spielzeug dabeizuhaben. So kann die Aufmerksamkeit des Welpen sofort auf ein gemeinsames Spiel gelenkt werden, bevor Frust oder Übererregung entstehen. Denn gerade Welpen sollten Frust nicht über längere Zeit aushalten müssen.


Was passiert bei einem Spieldefizit?

Welpen haben ein starkes Bedürfnis zu spielen. Bleibt dieses Bedürfnis dauerhaft unerfüllt, suchen sie sich häufig eigene Möglichkeiten. Dann werden plötzlich Schuhe interessant. Vorhänge. Hosenbeine. Oder Tischdecken. Viele dieser Verhaltensweisen sind keine „Unarten", sondern Versuche, aufgestaute Erregung abzubauen.

Oft fehlt dem Welpen schlicht eine passende Gelegenheit zum gemeinsamen Spiel.


Ein gutes Spiel hat immer einen ruhigen Abschluss

Nach einem intensiven Spiel sollte der Welpe Gelegenheit bekommen, wieder herunterzufahren. Besonders gut eignet sich dafür eine kleine Futtersuche. Das langsame Sammeln einzelner Futterstücke hilft vielen Welpen, ihre Erregung wieder zu regulieren und Frust abzubauen.

Möchte der Welpe allerdings gar nicht suchen, sondern sofort weiterspielen, ist das oft ein Hinweis darauf, dass sein Spielbedürfnis noch nicht erfüllt ist. Dann darf ruhig noch eine Runde gespielt werden, bevor der Abschluss erfolgt.


Ist Beschäftigung Spiel oder nicht?

Kommt es beim Spiel auf das Tun an, dann ist es Spiel. Kommt es darauf an, ein Ziel zu erreichen, z. B. zu gewinnen, dann ist es kein Spiel. Dann fallen die positiven Begleiterscheinungen des Spiels weg.

Nehmen wir ein Zerrspiel als Beispiel. Von außen sieht es genauso aus wie ein Hund, der Beute festhält. Beim Spielen geht es aber nicht darum, Beute zu besitzen oder zu gewinnen. Es geht um die gemeinsame Aktivität.

Deshalb ist folgende Unterscheidung sehr hilfreich:

Spielorientierung

  • Der Prozess macht Spaß.

  • Beide wollen weitermachen.

  • Rollen dürfen wechseln.

  • Das Ziel ist das gemeinsame Tun.

Zielorientierung

  • Es geht darum, etwas zu erreichen.

  • Es gibt richtig oder falsch.

  • Es gibt Gewinner und Verlierer.

  • Das Verhalten dient einem bestimmten Zweck.

Spiel erkennt man nicht daran, was ein Hund tut, sondern warum er es tut. Ein Hund kann zerren, rennen oder suchen. Entscheidend ist, ob das gemeinsame Tun im Vordergrund steht oder das Erreichen eines Ziels.


Frau spielt mit Hund auf einer Wiese.
Spiel muss allen Beteiligten Spaß machen und verfolgt kein Ziel.

Die Forschung zeigt ziemlich deutlich: Wenn Tiere permanent auf ein Ziel hinarbeiten müssen (Belohnung erhalten, Aufgabe lösen, gewinnen), verändert sich ihr Verhalten. Beim freien Spiel entstehen dagegen Eigenschaften wie

  • Kreativität

  • Flexibilität

  • Selbstkontrolle

  • Problemlösen

  • soziale Abstimmung

Genau deshalb betont Pellis immer wieder, dass Spiel kein Training ist. Spiel schafft die Voraussetzungen dafür, später flexibel handeln zu können. Es trainiert nicht einzelne Fertigkeiten, sondern die Fähigkeit, Verhalten an neue Situationen anzupassen. Spiel fördert also Verhaltensvielfalt und macht anpassungsfähig.


Was eine Studie über Zerrspiele zeigt

Eine Studie aus Ungarn aus dem Jahr 2008 von Ádám Miklósi, Zsuzsánna Horváth und Kolleg:innen („Affiliative and disciplinary behavior of human handlers during play with their dog affects cortisol concentrations in opposite directions") untersuchte Diensthunde während eines dreiminütigen Zerrspiels mit ihren Hundeführer:innen. Dabei wurden Speichelproben genommen und der Spiegel des Stresshormons Cortisol gemessen. Es handelt sich um eine kleinere Studie mit Diensthunden, ihre Ergebnisse sind also nicht automatisch eins zu eins auf jeden Familienhund übertragbar – die grundsätzliche Richtung deckt sich aber gut mit dem, was man aus der Spielforschung insgesamt weiß.

Das Überraschende: Nicht die Hunde unterschieden sich wesentlich. Die Menschen unterschieden sich.

Die Hundeführer:innen der Polizeihunde

  • gaben viele Kommandos,

  • korrigierten ihre Hunde häufig,

  • unterbrachen das Spiel,

  • verhielten sich eher disziplinierend.

Die Hundeführer:innen der Grenzschutzhunde

  • spielten deutlich lockerer,

  • zeigten mehr freundliches Verhalten,

  • gingen stärker auf den Hund ein,

  • spielten tatsächlich miteinander.

Das Ergebnis: Bei den Polizeihunden stieg der Cortisolspiegel. Bei den Grenzschutzhunden sank er.

Die Autor:innen schlussfolgerten, dass nicht das Zerrspiel selbst, sondern die Art und Weise, wie der Mensch spielt, entscheidend für die physiologische Reaktion des Hundes ist. Ein kontrollierendes, ständig korrigierendes Verhalten kann selbst in einer Spielsituation Stress fördern, während ein echtes gemeinsames Spiel eher entspannend wirkt. Je stärker ein Spiel von Kontrolle, Leistungsdruck oder dem Erreichen eines Ziels geprägt wird, desto mehr verliert es seine spieltypischen Eigenschaften. Dadurch können auch einige der entwicklungsfördernden Effekte freien Spiels abgeschwächt werden.


Das solltest du auf jeden Fall mitnehmen

Spielen ist weit mehr als Unterhaltung. Es ist ein zentraler Baustein der körperlichen, sozialen und emotionalen Entwicklung eines Welpen und Junghundes.

Gutes Spiel braucht Sicherheit, passende Spielpartner:innen und einen Menschen, der aufmerksam begleitet statt nur zuschaut. Wer versteht, woran gutes Spiel zu erkennen ist und wie sich Spiel sinnvoll mit dem eigenen Welpen gestalten lässt, legt einen wichtigen Grundstein für einen ausgeglichenen, selbstsicheren und sozial kompetenten erwachsenen Hund.

Die 10 häufigsten Fehler beim Spielen

  1. Zu lange spielen

  2. Mehrere Welpen gleichzeitig

  3. Rennspiele laufen lassen

  4. Dauernd eingreifen

  5. Spiel abrupt beenden

  6. Spielzeug wegnehmen

  7. Hochziehen am Zergel

  8. Hände statt Spielzeug benutzen

  9. Spiel nur als Beschäftigung sehen

  10. Übersehen, wenn der Welpe Angst hat

Fragen, die wir oft gestellt bekommen (FAQs)

Wie lange sollte man mit einem Welpen spielen? Es gibt keine feste Zeitangabe, die für jeden Welpen gilt. Entscheidend ist nicht die Uhr, sondern das Verhalten: Sobald Bewegungen hektisch oder steif werden, Pausen fehlen oder ein Welpe erste Anzeichen von Überforderung zeigt, ist es Zeit für eine Unterbrechung oder ein ruhiges Ende.

Darf man mit einem Welpen zerren? Ja. Richtig durchgeführt – mit ausreichend langem Zergel, ohne Hochziehen und ohne direkten Blickkontakt – ist Zerren eine gute Möglichkeit, Motorik, Koordination und Körpergefühl zu fördern.

Fördern Zerrspiele Aggression? Nein, dafür gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Entscheidend ist, wie das Spiel gestaltet wird: locker und gemeinsam statt kontrollierend und auf Gewinnen ausgerichtet.

Wie oft sollte ein Welpe mit anderen Hunden spielen? Möglichst regelmäßig, aber in kleinen, gut begleiteten Einheiten – am besten zu zweit statt in großen Gruppen, damit die Welpen die Signale des Gegenübers noch lesen können.

Woran erkenne ich gutes Welpenspiel? An lockeren Bewegungen, entspannter Körperhaltung, regelmäßigen Pausen, einem Rollenwechsel zwischen Verfolgen und Verfolgtwerden sowie Spielsignalen wie der Spielverbeugung.

Wann sollte ich ein Spiel unterbrechen? Wenn ein Welpe ständig verfolgt oder bedrängt wird, keine Pausen mehr stattfinden, Bewegungen hektisch oder steif werden, oder wenn ein Welpe Stresssignale zeigt wie eingeklemmte Rute, Lippenlecken, Gähnen oder Erstarren.

Muss jeder Welpe mit anderen Welpen spielen? Wichtig ist vor allem, dass der Welpe überhaupt ausreichend Gelegenheit zum Spielen bekommt – mit Artgenossen und mit seinen Bezugspersonen. Entscheidend ist die Qualität der Spielpartner:innen, nicht dass zwingend jeder Kontakt mit fremden Welpen stattfinden muss.

Warum will mein Welpe ständig in Hände beißen? Meist fehlt eine passende Gelegenheit zum gemeinsamen Spiel, oder Hände wurden bisher selbst als Spielzeug genutzt. Wird von Anfang an konsequent mit Spielzeug statt mit den Händen gespielt, lernt der Welpe schneller, seine Kiefer gezielt einzusetzen.




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